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Dekan

Prof. Werner Walser

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Werdegang:

  • 26.11.1951 geboren in Villingen-Schwenningen.
  • Volksschule in Schwenningen. Anschließend Ausbildung zum Elektrofeinmechaniker. Erwerb der Fachschulreife und des technischen Abiturs.
  • Studium der Politologie, Soziologie, Physik und Informatik an der FU Berlin.
  • April 1984 - Sept. 1987 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Fachdidaktik Physik und Lehrerbildung der TU Berlin
  • Okt. 1987 - Feb. 1994 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Fernstudien an der Universität Tübingen. (heute: Deutsches Institut für Fernstudienforschung an der Universität Tübingen).
  • Seit März 1994 Professor für Informatik an der Hochschule für Polizei.
  • Seit Herbst 1997 Wissenschaftlicher Leiter der Datenverarbeitung an der Hochschule für Polizei.
  • Seit SS 1991 Lehrbeauftragter an der Fachhochschule für Technik in Esslingen am Fachbereich Informationstechnik.
  • 1991 zusammen mit Jürgen Klüser und Joachim Wedekind: Auszeichnung mit dem Deutschen Hochschulsoftwarepreis im Fachbereich Mathematik.

Abgeschlossene Projekte:

Mertn, B. & Schwarz, U. & Walser, W.: Praxis des Wiedererkennungsverfahrens bei der Polizei des Landes Baden-Württemberg.

Zusammenfassung des Forschungsprojekts

In einem Forschungsprojekt der Fachhochschule Villingen-Schwenningen - Hochschule für Polizei - wurden mit einem Personaleinsatz von 76 Studierenden und drei Dozenten 6.346 Ermittlungsakten der Bereiche Raub, Sexualdelikte, gefährliche und schwere Körperverletzung, erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme sowie Inverkehrbringen von Falschgeld aus dem Jahr 1996 im Hinblick auf durchgeführte Wiedererkennungsverfahren ausgewertet.

Im Ergebnis weicht die polizeiliche Praxis in gravierender Weise von wichtigen Grundsätzen der Kriminalistik ab und berücksichtigt Entwicklungen der Forschung, der Lehre und der Rechtsprechung in weiten Bereichen nicht.

Die wesentlichsten Einzelergebnisse:

  • Die Zahl der Lichtbildvorlagen überwiegt die Zahl aller anderen Formen von Wiedererkennungsverfahren bei weitem.
  • Das von Lehre und Forschung angenommene hohe Suggestionspotential von Einzelverfahren gegenüber Wahlverfahren bestätigte sich: die Erkennungsraten bei Einzelverfahren waren erwartungsgemäß deutlich höher als bei Wahlverfahren.
  • Bei Gegenüberstellungen überwiegt dennoch die in aller Regel als fehlerhaft anzusehende Einzel-Gegenüberstellung.
  • Nur ein verschwindend geringer Teil aller Maßnahmen fand sequentiell statt. Darunter befanden sich gerade vier Wahl-Gegenüberstellungen und vier (heute als optimal angesehene) Video-Wahl-Verfahren.
  • In 1.491 Wiedererkennungsverfahren, in denen mehrere Verdächtige vorhanden waren, erfolgte in nur 102 Fällen eine Trennung dieser Verdächtigen. In 188 Wahl-Gegenüberstellungen ("live" oder per Video) wurden die Tatverdächtigen gerade einmal in 10 Fällen getrennt, das entspricht 5% dieser Fälle.
  • * Obwohl sich Literatur und Rechtsprechung in jüngerer Zeit häufig zur Wert-losigkeit des "wiederholten Wiedererkennens" geäußert haben, hat dies wenig Einfluss auf die früher vertretene Meinung der Notwendigkeit mehrerer Durchgänge bei Gegenüberstellungen. Zumeist erfolgen immer noch zwei Durchgänge, in sieben Fällen wurden vier Durchgänge festgestellt.
  • Tests lassen den eindeutigen Schluss zu, dass Polizeibeamte als Vergleichspersonen bei Wahl-Gegenüberstellungen in aller Regel ungeeignet sind. Dennoch stellen sie immer noch das größte Kontingent.
  • Bei Wahl-Gegenüberstellungen beträgt die durchschnittliche Zahl der Vergleichspersonen niedrige 4,1.
  • Die Dokumentation einer Wahl-Gegenüberstellung, die heutzutage nicht per Videoaufnahme erfolgt, dürfte zumeist als "Kunstfehler" einzustufen sein. Tatsächlich erfolgten gerade drei von 161 solcher Dokumentationen (2%) per Video, in 35 Fällen wurde noch nicht einmal per Fotografie dokumentiert.

 

Stadler, W. & Walser, W.: Verzerrungsfaktoren und Interpretationsprobleme der PKS unter besonderer Berücksichtigung ausländischer Staatsangehöriger.

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Zusammenfassung des Forschungsprojekts

Mittels einer Analyse von ca. 5800 Ermittlungsakten ausgewählter Dienststellen in Baden-Württemberg, die im Monat März 1995 für die PKS freigegeben waren, wurden anhand eines vorbereiteten Erhebungsbogens Defizite bei der Erfassung der Daten für die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ausgewertet.

Diese beruhen im wesentlichen auf Übererfassungen, die abweichend von den Richtlinien zur Fallzählung in der PKS zu einer um mindestens 6% erhöhten Fallzahl geführt haben. Darüber hinaus wurden die meisten Fehler bei der präzisen Tatorterfassung sowie dem nicht hinreichend konkretisierten Tatverdacht registriert. Eine unzureichende Ausfüllgenauigkeit wurde besonders bei den Ankreuzfeldern zum Aufenthaltsstatus bei Nichtdeutschen beobachtet.

Bedeutsam sind die Feststellungen hinsichtlich der Kenntniserlangung vom Verdacht einer Straftat. Der Anteil, den die Polizei im Rahmen der Eigenwahrnehmung erfährt, beträgt 18 Prozent. Hinzu kommen 10 Prozent aller Fälle, von denen die Polizei im Rahmen anderweitiger Ermittlungen Kenntnis erlangt. Im Zusammenhang mit veröffentlichten Daten aus der PKS fällt auf, dass keine wirklichen Vergleiche zwischen der deutschen und der nichtdeutschen Bevölkerung stattfinden, weil verschiedene Verzerrungsfaktoren unberücksichtigt bleiben. Dies sollte dazu führen, dass nur tatsächlich melderechtlich erfasste Tatverdächtige, also keine illegal Aufhältlichen, durchreisende Ausländer, Touristen und Stationierungsstreitkräfte mit einberechnet werden, und dass eine Herausrechnung ausländerspezifischer Delikte stattfindet.

Außerdem sollte ein Realvergleich der männlichen deutschen mit der nichtdeutschen Bevölkerung und hier wiederum mit den 14 – 24-jährigen männlichen Tatverdächtigen stattfinden, um zu vergleichbaren Messgrößen zu kommen. Wesentlich für eine reale Problemanalyse erscheint eine gesonderte Darstellung der Delikts- und Tatverdächtigenanteile der in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Ausländergeneration. Problematisch hinsichtlich der Interpretation von Fallzahlen scheint, dass die PKS kaum Aussagen zu Täter und Opfer in ihren sozialen Bezügen enthält. So sind beispielsweise keine Aussagen möglich, ob Konflikte ausschließlich unter Nichtdeutschen ausgetragen werden. Es fehlen auch die für die Prävention bedeutsamen Auswertungsmöglichkeiten hinsichtlich der Tatgelegenheitsstruktur.

Auswertungsmöglichkeiten zur Entwicklung von spezifischen Erscheinungsformen von Gewalt im Verkehrsbereich (Verwendung des Fahrzeugs als "Waffe") fehlen ebenso wie die Möglichkeiten zur Analyse von Steuerdelikten, weil diese in der PKS überwiegend nicht erfasst werden. Das größte Problem sowohl hinsichtlich der Erfassungs- als auch der Auswertungsdefizite stellt die fehlende Gewichtung der Fallzahlen dar, da z.B. ein aufgeklärter Ladendiebstahl rein rechnerisch genausoviel zählt wie ein von einer Sonderkommission in langwierigen Ermittlungen aufgeklärter Entführungsfall. Dieses Defizit kommt besonders in den Personal- und Sachmittelzuweisungen der Organisation der Polizei zum Tragen und scheint auch ursächlich für die "Schönung" der Statistik durch Übererfassungen.

Über diese Ursache hinaus konnten weitere Gründe für Übererfassungen gefunden werden. Diese reichen von der fehlenden Akzeptanz der bestehenden Richtlinien, die von der strafrechtlichen Zählweise abweichen und zu einer gegenüber dem Strafrecht geringeren Fallzählung führen, bis zur falschen Interpretation bzw. Unkenntnis der Richtlinien zur Erfassung von Sachverhalten in der PKS durch die sachbearbeitenden Beamten. Außerdem sollte ein Vergleich zwischen der polizeilichen Ermittlungstätigkeit und dem Ausgang der Verfahren (MAV) durchgeführt werden.

Es sollte versucht werden, die erkannten Defizite gemeinsam mit der polizeilichen Praxis zu beheben. Hierzu bedarf es zunächst grundlegender Überlegungen zur Verbesserung der Darstellung polizeilicher Arbeit über die PKS hinaus. In diese Überlegungen wären die Erkenntnisse aus anderen Forschungsprojekten einzubeziehen, wonach Erfolge in der Kriminalitätsbekämpfung nur gemeinsam mit der Bevölkerung erreicht werden können. Darüber hinaus wird die Polizei in beachtlichem Umfang durch Hilfeleistungs- und Schlichtungseinsätze gefordert, die in der PKS nicht zum Ausdruck kommen. Die Anregungen zur Behebung der erkannten Defizite beziehen sich sowohl auf die Möglichkeiten der Qualitätssicherung durch Controlling als auch auf eine verstärkte Aus- und Fortbildung.


 Auswahl der wichtigsten Veröffentlichungen:

Walser, W. (1981): Stromerzeugung und Umweltbelastung durch fossile Kraftwerke in der Bundesrepublik Deutschland. Stand und Perspektive. Forschungsbericht des Internationalen Instituts für Umwelt und Gesellschaft am Wissenschaftszentrum Berlin.

Walser, W. & Rass, R. (1986): Ansätze zur Behandlung des Themas "Informationsverarbeitende Medien" in den Bundesländern. In: Mikelskis H. (Hrsg): Zur Didaktik der Physik und Chemie, (S. 303-305). Alsbach: Leuchtturm-Verlag.

Walser, W. (1987): Zur Informationstechnischen Grundbildung. Ansätze und Verbindungen zum Physikunterricht. In: Physik und Didaktik, Heft 1, (S. 1 - 8). München: Bayerischer Schulbuch-Verlag.

Kierstein, J. & Rass, R. & Walser, W. (1988): Videofilm für die Lehrerfortbildung zum Thema: Rechnereinsatz im Physikunterricht. Berlin.

Harms, U. & Kocavecz, B. & Rass, R. & Walser, W. (1988): Empfehlungen und Überlegungen zur Fortbildung der Physiklehrer auf dem Gebiet "Anwendungen des Computers im Physikunterricht". In: Kuhn, W. (Hrsg.): Didaktik der Physik. Vorträge der Physikertagung 1987. Berlin: Deutsche Physikalische Gesellschaft.

Walser, W. & Wedekind J. (1989): Interaktives Modellieren dynamischer Systeme. In: Stetter, F. & Brauer, W. (Hrsg.): Informatik und Schule 1989: Zukunftsperspektiven der Informatik für Schule und Ausbildung, (S. 264 - 273). Berlin: Springer-Verlag.

Koerber, B. & Walser, W. & Wedekind, J. (1989): Themenheft Computersimulation und Modellbildungssysteme, LOG IN, Heft 4.

Walser, W. (1990): Software-Technologie und die Erstellung didaktischer Software. In: Walser, W. & Wedekind J. (Hrsg.): Workshop: Gestaltung interaktiver Lernprogramme. Arbeitsberichte Medienforschung Nr. 9, (S. 44 - 49).Tübingen: Deutsches Institut für Fernstudien.

Mangold, K. & Walser, W. & Wedekind, J. (1991): Modellierung ökonomischer Systeme in einer computerunterstützten Lernumgebung. In: Achtenhagen, F. & John, E. G.: Mehrdimensionale Lehr-Lern-Arrangements, (S. 491-500). Wiesbaden: Gabler.

Walser, W. & Wedekind, J. (1991): MOBILE: Ein Modellbildungssystem für Schule und Ausbildung. In: Kampe, G. & Breitenecker, F. (Hrsg.): Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Simulation in der Gesellschaft für Informatik, (S. 9 - 16).

Walser, W. & Wedekind, J. (1991): Interactive Modelling of Dynamic Systems with MODUS: a Tool for Selfinstruction. In: Proceedings International Conference on Computer Aided Learning and Instruction in Science and Engineering. (S. 359 - 366). Lausanne.

Walser, W. & Wedekind, J. & Schulz-Zander, R. (1992): Themenheft "Modelle im Unterricht". Computer + Unterricht 2, Heft 8. Seelze: Friedrich Verlag.

Ballsteadt, S.-P. & Baumeister, H.-P. & vom Bruch, R. & Friedrich, H. F. & Harms, U. & Hauck, P. & Seel, N. M. & Tergan, S.-O. & Walser, W. & Wedekind, J. (1992): Lernen mit neuen Medien im Fernstudium, Möglichkeiten und Perspektiven. Werkstattbericht Nr. 1. Tübingen: Deutsches Institut für Fernstudien.

Baumeister, H.-P. & Tergan, S.-O. & Walser, W. & Wedekind J. (1992): Arbeits- und Organisationskonzeption für eine Arbeitsstelle "Weiterbildung und interaktive Medien" am DIFF. Berichte der Arbeitsstelle Weiterbildung und Interaktive Medien Nr. 1. Tübingen: Deutsches Institut für Fernstudien.

Wedekind, J. & Walser, W. (Hrsg.) (1993): Modellbildungssysteme - Konzepte und Realisierungen. Duisburg: CoMet-Verlag.

Walser, W. (1994): Hypothesis-based learning in a computer-aided learning environment with multiple representation of information in selfstudy situations and distance education. In: 5th ITEC (1994) International Training Equipment Conference 26th-28th April 1994, The Hague, The Netherlands.

Walser, W. (1994): Der Einsatz grafisch orientierter Programmierung am Beispiel von Modellbildungssystemen. In: Neue Lehr-/Lernsysteme aus informatischer und fachdidaktischer Sicht Hoppe, H. U. & Luther W. (1994). Neue Lehr-/Lernsysteme aus informatischer und fachdidaktischer Sicht. Schriftenreihe des Fachbereichs Mathematik.

Wedekind J. & Tergan S.-O. & Walser W. (1994): Ein Weiterbildungskonzept für Lernprogramm-Entwickler. LEARNTEC 1992. Karlsruhe.

FWL Rheinlandpfalz (1995): Rahmencurriculum EDV. Fortbildung für in der Erwachsenenbildung Tätige.

Walser, W. (1996): Alternativen zu gängigen Modellierungsumgebungen und Unterstützungsmöglichkeiten für Lernende in Selbstlernsituationen. (http://www.diff.uni-tuebingen.de/person/Wedekind/sim/walser7.html)

Stadler, W. & Walser, W.: Verzerrungsfaktoren und Interpretationsprobleme der PKS unter besonderer Berücksichtigung ausländischer Staatsangehöriger. In: Heinz W. [Hrsg.]: Kriminalprävention auf kommunaler Ebene – Eine aussichtsreiche "Reform von unten" in der Kriminalpolitik? Heidelberg 1997, S. 221 – 238.

Mertn, B & Schwarz, U. & Walser, W.: Praxis des Wiedererkennungsverfahrens bei der Polizei des Landes Baden-Württemberg. Erschienen als Forschungsbericht der Hochschule für Polizei.

Mertn, B & Schwarz, U. & Walser, W.: Wiedererkennungsverfahrens. In: Kriminalistik Heft6 1998. S. 421 – 428.

Stadler, W. & Walser, W.: Verzerrungsfaktoren und Interpretationsprobleme der PKS unter besonderer Berücksichtigung ausländischer Staatsangehöriger. (Im Druck).

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